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  09.09. bis 10.09.2016 - [DE] Aller guten Dinge sind 3!  



Aller guten Dinge sind 3, hei├čt es in einem alten Sprichwort. Aller guten Dinge sind 3 Nachtzugfahrten, hie├č es f├╝r mich 2016!
Im Juni 2016 hatte ich mit meiner Frau einen Wochenendausflug mit dem EN nach Wien gemacht. Es war ihre erste Nachtzugfahrt
und sie hatte gro├čen Gefallen daran gefunden. Nach der j├Ąhrlichen Vater-Sohn-Sommerfahrt im Juli mit dem CNL nach Z├╝rich, sollte es
eine dritte Nachtzugfahrt in diesem Jahr ab Dresden Hbf geben. Nat├╝rlich gab es auch 3 Gr├╝nde: 1. Meine Frau wollte wieder Schlaf-
wagen fahren. 2. Ich wollte noch einmal innerdeutsch mit einem Nachtzug unterwegs sein. Aber der Hauptgrund war 3.: Unsere 8 j├Ąhrige
Tochter. Nachdem sie immer Fotos von meinen Reisen gesehen hatte, sollte sie auch einmal Nachtzug und Schlafwagen erleben d├╝rfen.

09.09.2016

Los ging es wie immer mit dem Regionalzug von Chemnitz nach Dresden. Mit leichter Versp├Ątung kamen wir um 19:10 Uhr mit RE 26987 in
Dresden an. Jetzt stand erst einmal Erlebnisgastronomie f├╝r unsere Tochter mit dem Besuch des Achterbahnrestaurants im Kugelhaus an.


Blick vom Dresdener Kugelhaus auf dem Hauptbahnhof.



P├╝nktlich zur Einfahrt des EN 458 ÔÇ×CanopusÔÇť aus Prag um 20:45 trafen wir am Gleis 17 ein. Unsere Tochter hatte bis dahin noch nicht
gewusst, was wir mit ihr vor hatten, sich aber gewundert, warum wir mit Rucks├Ącken in ein Restaurant gegangen waren. Schnell stellte
sie fest, dass da ein Schlafwagen im Zug eingereiht ist. Wir machten ihr den Vorschlag, diesen doch einmal zu besichtigen und stiegen
in den Wagen 254 ein. Im Abteil angekommen wurde dann die ├ťberraschung aufgel├Âst und unsere Tochter war richtig happy.


Der eingefahrene EN 458 aus Praha hl.n. in Dresden Hbf. Am Zugschlu├č ein frisch rekonstruierter Bmz230 der ČD.


ČD 371 005 fuhr mit dem vorderen Zugteil weiter nach Leipzig Hbf.

In Dresden wurde der EuroNight aus Prag geteilt. Der vordere Zugteil fuhr als EN 458 ÔÇ×CanopusÔÇť um 20:54 Uhr weiter nach
Leipzig Hbf und wurde dort an den CNL 471 ÔÇ×SiriusÔÇť nach Z├╝rich gehangen. Der hintere Zugteil bestand bei seiner Ankunft
aus Prag aus zwei Liegewagen (Bvcmbz249 und Bvcmz248) der DB, einem Schlafwagen (WLABmz826) und einem
Abteilwagen (Bmz230) der ČD. In Dresden wurden noch zwei Bimz264 und ein Bimdz268 angehangen.




ČD WLABmz826 (CZ-ČD 61 54 71-91 009-5) mit der Silhouette des Rathauses und der Dreifaltigkeitss├Ąule in Olomouc.


Reserviert hatten wir Abteil 5, Pl├Ątze 31, 33 und 35.

Um 21:07 Uhr sollte unsere Fahrt los gehen. Der Zug verkehrte nun als EN 456 ÔÇ×KopernikusÔÇť von Dresden Hbf nach Berlin-Wannsee. In
Berlin-Wannsee erfolgte dann die Vereinigung mit dem EN 446 ÔÇ×Jan KiepuraÔÇť aus Warschau nach K├Âln Hbf. Die Abfahrtszeit war erreicht,
aber es war keine Lok am Zug. Diese stand weiterhin vor der Halle abgestellt. Der Lokf├╝hrer am Bahnsteig unterhielt sich mit dem Zugchef. Eigentlich sollte die Lok 21:04 Uhr gebracht werden, wurde sie aber nicht. Also machte sich der Lokf├╝hrer auf, seine Lok zu holen.


Aller guten Dinge sind 3: Auf der Fahrt von Prag nach K├Âln tr├Ągt der Zug erst die Nummer EN 458, dann EN 456 und dann EN 446.
Auf dem Zuglaufschild wurde er als EN 40458 gef├╝hrt, auf der Fahrkarte war er mit CNL 40458 angegeben.



Um 21:15 Uhr war dann DB 101 136 endlich am Zug.

Mit 20 Minuten Versp├Ątung setzte sich der Zug um 21:27 Uhr in Bewegung.
Wir waren in den Liegewagen gewechselt und genossen die Fahrt durch Dresden am offenen Fenster.


Aller guten Dinge sind 3: Abfahrtspfiff, T├╝renknallen, Frischluftzufuhr.
Dies, mein liebes Kind, ist noch richtige Eisenbahn!






Wir begaben uns in unser Abteil zur Ruhe. Unsere Tochter durfte ganz oben, unter dem Dach schlafen. Sie schlief schnell ein und bis K├Âln
wie ein Stein. Nichts konnte sie aufwecken. Wir dagegen wurden durch eine sehr starke Bremsung im Tiergartentunnel wach. Wir ├Âffneten
das Rollo und genossen die Fahrt durch das n├Ąchtliche Berlin: Jungfernheide, Messe und Westkreuz zogen an unseren Betten vorbei.

Um Mitternacht erreichten wir Berlin-Wannsee. Hier bekamen wir einen Ruhesesselwagen (B5mnopuvz) der PKP, einen
Liegewagen (Bvcmz248) der DB und einen Schlafwagen (WLAB10mnouz) der PKP aus Warschau angehangen.
Ab Berlin-Wannsee waren wir nun der EN 446 ÔÇ×Jan KiepuraÔÇť (Warszawa Wschodnia ÔÇô K├Âln Hbf).

10.09.2016

Weil der Zug stellenweise bis zu 200 km/h schnell fuhr, war die Fahrt dann doch etwas unruhig. Um kurz nach 6 Uhr wurden wir geweckt. Da
der Schlafwagen nicht komplett belegt war, hatte der sehr freundliche Schlafwagenbetreuer das Fr├╝hst├╝ck im freien Abteil 2 f├╝r uns vorgesehen.




Ankunft in K├Âln. ├ťber die Hohenzollernbr├╝cke ging es zum Hauptbahnhof.

P├╝nktlich erreichten wir K├Âln Hbf um 06:56 Uhr. Als Fahrkarte hatten wir von Chemnitz ein Sparpreis f├╝r
zusammen 48 Euro genutzt. Dazu kamen dann noch 120 Euro f├╝r die Schlafwagen-Reservierungen im T3.





Sieben Stunden hatten wir jetzt Aufenthalt in K├Âln, bevor es wieder zur├╝ck nach Chemnitz ging. Wir schlossen unser Gep├Ąck
ein und machten uns auf den Weg zur Hohenzollernbr├╝cke. Die aufgehende Sonne bescherte eine herrliche Lichtstimmung.


Sonnenaufgang ├╝ber dem Hauptbahnhof.


Der K├Âlner Dom im herrlichen Morgenlicht.


Liebesschl├Âsser an der Hohenzollernbr├╝cke. Wie hoch wird wohl das zus├Ątzliche Gewicht sein?


Blick ├╝ber den Rhein auf Gro├č St. Martin Kirche und den K├Âlner Dom. Ganz rechts schaut der Hauptbahnhof raus.


Vom K├Âlner Dom bot sich dann ein Blick auf den BetriebsbahnhofÔÇŽ.


ÔÇŽund den Hauptbahnhof.

Die R├╝ckfahrt startete um 13:55 Uhr mit dem ICE 519 ├╝ber die Schnellfahrstrecke K├Âln-Rhein/Main. F├╝r die 54 min├╝tige
Fahrt nach Frankfurt(Main) Flughafen hatten wir im eingesetzten ICE 3 im Wagen 27 die Pl├Ątze 92, 95 und 96 reserviert.
Diese wohl besten Pl├Ątze in der 2. Klasse des ICE 3 befinden sich in einem ehemaligen 1. Klasse 5er-Abteil.


Das Bordsystem inkl. Reservierungsanzeigen funktionierte nicht. Statt dessen gab es Bockwurstpappen.


ICE 519 in Frankfurt(M) Flughafen Fernbahnhof.

P├╝nktlich erreichten wir Frankfurt(Main) Flughafen. Die Fahrt mit 300 km/h war zwar mal nett, aber ein ganz sch├Ânes
Gesch├╝ttel. Nach 13 Minuten Aufenthalt setzten wir unsere Reise mit dem ICE 1653 um 15:02 Uhr nach Leipzig Hbf fort.
Der Zug kam aus Mainz und bestand aus einem siebenteiligen und einem f├╝nfteiligen ICE-T. Irgendwie hatte sich aber
niemand in den F├╝nfteiler verirrt. Bis Frankfurt(Main) Hbf hatten wir Wagen 31 ganz f├╝r uns allein.


Einfahrt in Frankfurt(Main) Hbf.


DB 415 503 ÔÇ×AltenbeckenÔÇť in Frankfurt(Main) Hbf.

In Frankfurt stiegen in unseren Wagen auch nur 2 Personen zu. Auf Grund von Bauarbeiten und der Streckensperrung zwischen Eisenach
und Erfurt nahm der Zug ab Fulda den Weg ├╝ber die Schnellfahrstrecke bis Kassel. Von da ging es dann entlang von Fulda und Werra
nach Eichenberg und ├╝ber Nordhausen und Sangerhausen nach Leipzig. Ab Fulda fuhr der Zug 3 ½ Stunden ohne planm├Ą├čigen Halt
durch. Zwischen Fulda und Leipzig waren neben uns nur 18 Reisende im F├╝nfteiler. Die Zugbegleiter hatten jetzt richtig viel zu tun :-).


Br├╝cke der Schnellfahrstrecke Hannover ÔÇô W├╝rzburg ├╝ber die Fulda bei Kassel.


Es ging entspannt und angenehm durch eine sch├Âne Landschaft.


In Sangerhausen begegneten wir MEG 156 001.

Vor Halle(Saale) kamen wir immer wieder kurz an roten Signalen zum Stehen.
Dann kam eine Durchsage, die man von der DB so nicht kennt: ÔÇ×Wir sind 15 Minuten vor Plan unterwegs!ÔÇť


Sonnenuntergang ├╝ber Halle(Saale).

Vier Minuten nach Sonnenuntergang und immer noch 10 Minuten vor Plan erreichten wir Leipzig Hbf um 19:40 Uhr.
Die letzte Etappe der Reise war dann die Fahrt mit der Mitteldeutschen Regiobahn um 20:20 Uhr nach Chemnitz Hbf.
Bei unserer Tochter war der Akku nun leer. Also Licht aus, lang gemacht und so wurde f├╝r sie aus dem Bomz ein WLBmz.


Ankunft um 21:25 Uhr in Chemnitz Hbf. Ende eines etwas anderen Familienausfluges.

Von K├Âln nach Chemnitz hatten wir wieder ein Sparpreis f├╝r zusammen 48 Euro genutzt.
Nach 1587 km und 17 Stunden Fahrzeit waren wir wieder zur├╝ck in Chemnitz.

F├╝r unsere Tochter war es ein unverge├čliches Erlebnis, f├╝r meine Frau ein guter Shopping Trip und f├╝r mich eine sch├Âne Bahnfahrt.
Aller guten Dinge sind eben 3!



 
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