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  19.10. & 26.10.2024 - [DE] Fernverkehr mit Deutschlandticket  



Im Fahrplanjahr 2024 hatte man an Samstagen, bedingt durch die planmäßige Doppeltraktion des IC 2272 (Chemnitz - Warnemünde), dem Entfall des IC 2270
zwei Stunden später und der Anerkennung von Nahverkehrstickets inkl. des Deutschlandticket im Fernverkehr die Möglichkeit, mit ICE und IC im Nahverkehrstarif
auf bestimmten Bahnstrecken zu reisen, wo diese Fahrzeuge an den anderen Tagen der Woche nicht eingesetzt wurden. Diese Möglichkeiten wollte ich auch
nutzen und so machte ich mich an zwei Samstagen im Oktober 2024 mit meinem Deutschlandticket auf zu einer größeren und einer kleineren Rundfahrt.

19.10.2024

Die erste Rundfahrt startete am dritten Oktobersamstag 07:39 Uhr in Wittgensdorf Mitte mit der City-Bahn zum Chemnitzer Hauptbahnhof. Dort stand bereits am Bahnsteig 7 die RB 69900 nach Elsterwerda bereit. Da diese Verbindung über Elsterwerda nach Berlin die schnellste Verbindung mit Nahverkehrsticket in die Hauptstadt ist, waren die meist dreiteiligen Zügen immer sehr stark ausgelastet. Darauf wurde von VMS und MRB reagiert und ab Anfang September 2024 die Kapazität der Züge erhöht. So standen auch an diesem Morgen mit zwei dreiteiligen Triebwagen genügend Sitzplätze zur Verfügung.


MRB 1440 339 und ein weiterer 1440 als RB 69900 nach Elsterwerda.

Ich machte es mir im vorderen Triebwagen gemütlich und mit 3 Minuten Verspätung erfolgte 08:12 Uhr die Abfahrt in Chemnitz. Die Auslastung blieb im
vorderen Triebwagen überschaubar, so dass ich eine Vierer-Sitzgruppe bis Elsterwerda für mich allein hatte. Nach 90 Kilometern erreichte ich 08:39 Uhr
mit 2 Minuten Verspätung Elsterwerda. Mit vielen anderen Reisenden hieß es jetzt knapp 25 Minuten auf den nächsten Zug zu warten.


Blick vom Diedenhainer Viadukt in Waldheim.


In Elsterwerda hieß es etwas die Beine zu vertreten.

Zwischen Elsterwerda und Berlin Hbf sind die Züge des Fernverkehrs auch für Nahverkehrstickets inkl. dem Deutschlandticket freigegeben. Dies führt bei den zweistündlich verkehrenden IC-Triebwagen regelmäßig dazu, dass diese in Elsterwerda von Menschenmassen gestürmt werden und sehr oft überbesetzt sind.

Auch auf Grund dessen wurde der morgendliche IC 2272 nach Rostock im Fahrplanjahr 2024 an Samstagen, wie bereits erwähnt, als Doppeltraktion von
zwei KISS 2 Triebwagen gefahren. Da daraufhin der folgende IC 2270 entfiel, wurde der ICE 1076 von Berlin nach Binz an Samstagen bis Dresden mit Halt in
Elsterwerda verlängert, um den nächsten Takt trotzdem bedienen zu können. Die Zuggarnitur kam dazu als ICE 1133 am Vortag aus Oldenburg nach Dresden.

So ergab sich die Möglichkeit, mit dem Deutschlandticket von Elsterwerda im ICE 1 zu fahren. Da zwischen Berlin Hbf und Prenzlau die Fernverkehrszüge ebenfalls für Nahverkehrsticket freigegeben sind, bestand mit diesem Zug die Möglichkeit, drei Stunden ICE 1 ohne Umstieg zum Nahverkehrstarif fahren zu können.
Soweit hatte ich aber nicht vor, mit diesem Zug zu fahren. Mit einer Minute Verspätung kam 10:03 Uhr der ICE 1076 aus Dresden eingefahren


Einfahrt des „RE 51076 nach Prenzlau“ in Elsterwerda. Tz 159 „Bad Oldesloe“ als ICE 1076 (Dresden Hbf – Ostseebad Binz).


Der Eindruck täuscht, hinter dem Aufzug stand der Bahnsteig voll.

Der der Zug gerade so an den Bahnsteig in Elsterwerda passte und die meisten Reisenden in der Mitte standen, stieg ich ganz hinten als Einziger ein und hatte keine Probleme, einen Sitzplatz im schwach besetzten Großraum des Wagen 1 (DB Bvmz802, D-DB 93 80 5802 853-2) zu finden. Da an diesem Wochenende die Herbstferien in Sachsen endeten, war auch mit einem hohen Reisendenaufkommen eher in Richtung Sachsen als davon weg zu rechnen.

Nach knapp einer Stunde war der Flughafen BER erreicht. Hier quoll der Bahnsteig gegenüber für den IC 2175 nach Dresden vor allem mit Familien mit Kindern
über und diese quetschten sich anschließend in den schon fast voll besetzt eingefahrenen vierteiligen Kiss 2-Triebwagen. Diese Szenen gaben mir in einer
Planung recht, für den Rückweg einen anderen Weg zu nehmen. Bei mir hingegen wurde sogar ein Abteil frei, so dass ich für die weitere Fahrt dahin umzog.


Ich konnte mich nicht über Platzmangel beschweren.

Anders als die IC zwischen Dresden und Berlin machte der ICE nicht im Flughafenbahnhof Kopf und fuhr in Richtung Südkreuz, sondern unternahm eine kleine Stadtrundfahrt und setzte seine Fahrt über Schöneweide, Ostkreuz und Gesundbrunnen (ohne Halt) fort und erreichte von Norden den Berliner Hauptbahnhof.


Vorbeifahrt am Ostkreuz


Blick zur Zugspitze.

Mit weiterhin einer Minute Verspätung erreichte der Zug 11:38 Uhr nach 148 Kilometern den Berlin Hauptbahnhof. Ich hätte mit dem Deutschlandticket noch bis Prenzlau weiterfahren können. Da aber in Berlin und Brandenburg an diesem Wochenende die Herbstferien begannen und der Zug ab Berlin so gut wie
ausreserviert war, stieg ich zufrieden, auch auf Grund des schönen Herbstwetters, im Tiefgeschoss des Berliner Hauptbahnhofes aus.


Tz 159 „Bad Oldesloe“ nach der Ankunft in Berlin Hbf. Jetzt wurde auch dieser Zug richtig voll.

Da ich noch etwas Zeit bis zum nächsten Zug hatte, fuhr ich mit dem RE 3716 eine Station bis Berlin-Friedrichstraße. Da es erst Mittag war und ich wegen des Rückreiseverkehrs nach Sachsen die IC-Linie nach Dresden meiden wollte, entschied ich mich, auch auf Grund der zu erwartenden Reisendenströme
im weiteren Tagesverlauf, für eine Weiterfahrt in Richtung Westen. Nächster Zug wurde der RE 73731 der ODEG von Frankfurt (Oder) nach Magdeburg Hbf.


Einfahrt von ODEG 3462 006 als RE 73731 in Berlin-Friedrichstraße.

Trotz der hohen Auslastung fand ich einen Fensterplatz im Obergeschoss eines Mittelwagens. Mit 2 Minuten Verspätung setzte der Zug seine Fahrt 11:59 Uhr fort.


Die AVUS in Berlin mit Blick auf den Funkturm und die Messehalle.


Die Fahrt führte über die Havel in Potsdam…


… und die Elbe bei Magedburg.

Nach 145 Kilometer erreichte ich mit einer Minute Verspätung 13:48 Uhr mit Magdeburg Hbf den Endbahnhof des Zuges.
Auf dem Weg nach Magdeburg hatte die Sonne sich leider hinter einem bedeckten Himmel verabschiedet.


ODEG 3462 006 nach der Ankunft in Magdeburg. Der Zug fuhr 14:12 Uhr zurück nach Frankfurt (Oder).

In Magdeburg hatte ich etwas Aufenthalt und wollte anschließend weiter in Richtung Leipzig fahren. Dazu hatte ich zwei Möglichkeiten: Für die Erste im direkten
RE 13 bestand zwischen Delitzsch und Leipzig Schienenersatzverkehr. Da auch die erwartete Auslastung des Triebwagens sehr hoch angegeben wurde,
entschied ich mich für die zweite Möglichkeit im Doppelstockzug über Halle (Saale). Dieser kam 14:23 Uhr von Halle (Saale) eingefahren.


RE 16325 nach Halle (Saale) Hbf. DB 146 030 schob den Zug.

Ich machte es mir im Steuerwagen (DB DABpbzfa767.2, D-DB 50 80 86-81 133-0) im Obergeschoss gemütlich und pünktlich 14:35 Uhr erfolgte die Abfahrt.
Direkt nach der Abfahrt bekam der Zug durch eine Langsamfahrstelle mehrere Minuten Verspätung, die er bis zum Zielbahnhof auch behielt.


Blick auf Sachsendorf mit seiner Bockwindmühle.

Wenn ich bei diesen Rundfahrten allein unterwegs bin, höre ich in dem meisten Fällen dabei einen Liquid Drum & Bass Mix und mein Blick schweift über die Landschaft. Dabei kann ich die Seele perfekt baumeln lassen. Mit 5 Minuten Verspätung erreichte ich 15:46 Uhr Halle (Saale) Hbf.

Nach einer halben Stunde Aufenthalt setzte ich meine Reise 16:16 Uhr mit der S 5X (37525) nach Zwickau (Sachs) Hbf in Richtung Leipzig fort.


Angekommen war ich in Halle (Saale) Hbf rechts mit dem RE 16325 und setzte meine Reise links mit DB 1442 117 als S 5X (37525) fort.

Den Leipziger Hauptbahnhof erreichte ich 16:40 Uhr mit 2 Minuten Verspätung. Ich lief vom Bahnsteig 1 einmal quer durch die Halle zum Bahnsteig 23.
Hier stand bereits TDRO 223 055 mit dem RE 74184 nach Chemnitz bereit. Auch wenn der Zug noch leer war wusste ich, dass auch auf Grund eines fehlenden Wagens der Zug zum Samstagnachmittag ordentlich voll werden sollte. Ich suchte mir einen Fensterplatz im ABomz512 (D-TDRO 55 80 29-33 104-5).


TDRO 223 055 mit dem RE 74184 nach Chemnitz Hbf.


Noch ein Blick in das Abteil des ABomz512 (D-TDRO 55 80 29-33 104-5).

Bis zur pünktlichen Abfahrt 17:21 Uhr gesellten sich noch drei weitere Reisende mit ins Abteil. Nach 66 Kilometern erreichte ich 18:13 Uhr mit Einbruch der Dunkelheit Burgstädt und stieg aus. Noch knapp zwei Monate sollte die Fahrt mit den alten Reichsbahnwagen im RE 6 möglich sein, was ich auch ausgiebig nutzte.

Die letzte Etappe war dann die kurze Fahrt mit der City-Bahn zurück nach Wittgensdorf Mitte. Pünktlich 18:32 Uhr verließ der CityLink-Triebwagen Burgstädt.


CB 690 439 als CB 80029 nach Aue in Burgstädt.

Sieben Minuten später war ich nach insgesamt 588 Kilometern wieder am Ausgangspunkt meiner Rundfahrt.
Zufrieden ging es nach Hause und genau eine Woche später wollte ich die zweite samstägliche Fernverkehrsleistung in Angriff nehmen.

26.10.2024

Da wie bereits geschrieben an Samstagen der IC 2270 (das zweite IC-Zugpaar ab Chemnitz) nicht fuhr und zwischen Dresden und Berlin durch den ICE 1076
ersetzt wurde, führte man von Chemnitz über Berlin nach Warnemünde das Zugpaar IC 2170 / 2171 ein. Dieses fuhr aber wie bereits die Umleiterzüge von April
bis November 2023 nicht über Dresden, sondern nahm den direkten Weg über Riesa und Jüterborg nach Berlin. Statt eines Kiss 2-Triebwagen wurde dieses
Zugpaar aus einer Twindexx Vario IC 2-Einheit gebildet. Da der Zug bis Riesa mit Nahverkehrsticket inkl. Deutschlandticket nutzbar war, musste mit dem
Teppich-RE natürlich auch einmal mitgefahren werden.

Dazu unternahm ich einen kleinen Vormittagsausflug und startete 08:39 Uhr mit der City-Bahn in Wittgensdorf Mitte. Nach kurzer Fahrt war 08:48 Uhr der Chemnitzer Hauptbahnhof erreicht. Am Bahnsteig 13 stand bereits DB 147 569 mit dem IC 2170 nach Rostock Hbf bereit. Von Rostock nach Warnemünde entfiel die Fahrt.


Tz 4894 als IC 2170 nach Rostock Hbf (auch wenn der Zugzielanzeiger von Warnemünde sprach) in Chemnitz Hbf

Die Auslastung des Zuges war sehr gering. Ich setzte mich im Steuerwagen (DB DBpbzfa668.4, D-DB 50 80 86-81 894-7) in den Kleinkindbereich und teilte mir
den kompletten Wagen mit nur vier weiteren Reisenden. Pünktlich 08:58 Uhr erfolgte die Abfahrt.


Abfahrt in Chemnitz Hbf. Die tiefstehende Herbstsonne sorgte für eine schöne Lichtstimmung.


Chemnitz bleibt scheinbar bei DB Fernverkehr weiterhin Niemandsland. Erst in Riesa traff der Zug auf den Schienenstrang.

Wie in der Vorwoche schien die Sonne vom blauen Himmel. Die Herbstfärbung der Bäume hatte in der letzten Woche ordentlich an Fahrt aufgenommen.


Blick vom Viadukt Steina. Die Bäume hatten gegenüber der Vorwoche an Farbe zugelegt.


Während ich die Aussicht vom Viadukt genoss, fotografierte Felix Seraphin den Zug von der anderen Zschopauseite. Vielen Dank für das Bild.


Bei Limmritz führt die Strecke auf der sogenannten Bankrottmeile über die Zschopau.

Nach 66 Kilometern erreichte der Zug 09:44 Uhr Riesa. Für Nahverkehrsticketinhaber endete die Fahrt hier und so stieg auch ich aus.
Nach einigen Minuten Aufenthalt fuhr der Zug über Falkenberg (Elster) und Jüterbog ohne Halt weiter in Richtung Berlin.


IC 2170 nach der Ankunft in Riesa.


Nach 6 Minuten Aufenthalt fuhr der Zug weiter in Richtung Berlin. Mir blieb nur der Blick hinterher.

Da ich nicht auf gleicher Strecke wieder zurückfahren wollte, hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder über Dresden oder über Leipzig konnte
der Rückweg erfolgen. Ich entschied mich, auch auf Grund des RE 6 zwischen Leipzig und Chemnitz, für den Weg über die Messestadt.

Der RE 16510 von Dresden nach Leipzig kam mit 5 Minuten Verspätung in Riesa eingefahren, setzte seine Reise aber auf Grund eines planmäßig
größeren Aufenthalts pünktlich 10:06 Uhr fort. Obwohl der Zug schon sehr gut besetzt war, fand ich ganz an der Zugspitze einen Fensterplatz.


Bei Wurzen wurde die Mulde überquert.

Mit 2 Minuten Verspätung erreichte der Zug 10:52 Uhr Leipzig Hbf. Die letzte Etappe sollte sich analog der Rundfahrt in der Vorwoche gestalten.
Es galt, so lange es noch möglich ist, am offenen Fenster unterwegs zu sein. So wechselte ich vom Bahnsteig 21 zum Bahnsteig 23.


DB 442 313 hatte mich als RE 16510 nach Leipzig Hbf gebracht.


Wenigstens die Frontscheibe wurde saubergemacht. Allgemein war der äußere Pflegezustand der Züge nicht mehr der Beste.

Hier stand TDRO 223 054 mit dem RE 74172 nach Chemnitz Hbf bereit. Der Zug war nur aus 4 Wagen, darunter 2 Steuerwagen, gebildet.

Ich bezog ein Abteil im ABomz512 (D-TDRO 55 80 39-33 202-5), welches alsbald bis auf den letzten Platz belegt war. Pünktlich 11:21 Uhr erfolgte die Abfahrt
in Leipzig. Mit der Ankunft in Geithain beschloss ich meinen Fensterplatz aufzugeben und lieber in den Gang zu wechseln, um bei angenehmen Herbstwetter
die Fahrt am offenen Fenster zu genießen, so lange dies noch möglich war.


Bald war es vorbei mit der Frischluftzufuhr zwischen Leipzig und Chemnitz.


Blick vom Göhrener Viadukt auf das Muldental.

Der Zug erreichte Burgstädt 12:13 Uhr und ich stieg hier wieder aus. Ich wechselte in die CityBahn für die kurze Fahrt nach Wittgensdorf Mitte,
wo ich 12:39 Uhr, noch rechtzeitig zum Mittagessen, von meinem kleinen Vormittagsausflug nach gesamt 213 Kilometern wieder ankam.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 verschwanden diese beiden samstäglichen Fernverkehrsleistungen wieder aus dem Fahrplan und auch
der Einsatz der Halberstädter Wagen zwischen Leipzig und Chemnitz endete.



 

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© 2026, Stefan Fritzsch