Nach meinem viele Jahre währenden Fokus auf die schmalspurigen Bahnen, unternehme ich seit 2012 zum Teil wieder mehrtägige Rundreisen mit der 'großen' Bahn. Dabei habe ich 2013 Tschechien als Eisenbahnland zum Mitfahren für mich entdeckt und bin mittlerweile in jeden Winkel des Landes mit dem Zug gereist. Meine Reisen führten mich ebenfalls durch Deutschland, nach Österreich und in die Slowakei. In meinen Reiseberichten möchte ich meine Eindrücke wiedergeben und als Erinnerung für mich festhalten, sowie Tourenideen und Inspirationen geben. Zu jedem Reisebericht ist der Fahrplan und wenn vorhanden, eine Karte verfügbar. Bei den größeren Reiseberichten aus Tschechien und der Slowakei gibt es eine Verknüpfungen zu weiteren Bildern in der Bildergalerie .
In 56 abwechslungsreichen Reiseberichten werden insgesamt 51957 Kilometer mit 2314 Bildern (und 521 verknüpften Bildern aus der Bildergalerie) bereist.
Seit sehr vielen Jahren verkehrt an den Adventswochenenden das Zugpaar Os 5276/5277„Vánoční kometa“ zwischen Ústí nad Labem hl.n. und Dresden Hbf. Gebildet wurden die Züge aus alten Bautzener UIC-Y-Wagen der ČD. Mit der Veröffentlichung des Zugbildungsplan für das Fahrplanjahr 2026 wurde ersichtlich, dass die alten Wagen aus dem Elbtal verschwinden werden. Grund genug, die Chance noch einmal zu nutzen und wahrscheinlich bei der letzten planmäßigen Fahrt der Bautzener UIC-Y-Wagen nach Deutschland dabei zu sein.
Am dritten Septemberwochenende 2025 wurde der Nachtzug Snälltåget aus Stockholm/Malmö zum dritten Mal in diesem Jahr über Dresden hinaus bis Chemnitz verlängert. Nachdem ich im Mai mit meinem Vater den Zug bis Berlin genutzt hatte und auch im August mit meinen Töchtern bis in die Bundeshauptstadt damit unterwegs war, wollte ich auch den dritten Anlauf in meine Heimstadt im Zug am Übersetzfenster erleben. Zur Abwechslung wollte ich statt wieder von Chemnitz nach Berlin dieses Mal in der entgegengesetzten Richtung unterwegs sein.
Am ersten Septemberwochenende 2025 wurde auf Sachsens Schienen in vielen Ecken des Landes eine Menge geboten. Da mein Terminkalender mir nur einen
Tag hergab, war es mir schwer möglich, alle Angebote an diesem Wochenende wahrzunehmen. Da ich seit einigen Jahren lieber entspannt mit- als hektisch nebenherfahre, stand ich vor der Qual der Wahl. Schnell fand ich die für mich am interessantesten Angebote und baute diese zu einer schienengebundenen Rundfahrt zusammen. Es wurde ein langer Tag, welchen ich in drei Teil unterteilte.
Im Frühjahr hatte ich mit meinem Vater einen Frühlingsausflug nach Thüringen und Sachsen-Anhalt unternommen. Dabei war ein Ziel die Mitfahrt mit dem InterCity zwischen Gera und Erfurt gewesen. Daraus wurde aber nichts, da der Zug an diesem Tag ersatzlos entfiel. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ und so unternahmen wir vier Monate später einen neuen Anlauf zur Mitfahrt. Natürlich wurde die Route herum so gestaltet, dass nicht die gleichen Strecken im Zu- und Nachlauf wie im Frühjahr befahren wurden.
Am zweiten Augustwochenende hatte ich mit meinem Vater unsere traditionelle mehrtägige Sommerrundfahrt unternommen. Auf dem Rückweg hatten wir uns dabei für den direkten Weg von Nürnberg nach Chemnitz entschieden, obwohl ich Anfangs überlegt hatte, noch eine Runde durch Franken und eventuell der Oberpfalz
zu fahren. Da mein Vater für den August mit einem Deutschlandticket ausgestattet war nutzten wir die Gelegenheit, da es die Wettervorhersage gut meinte, den Abstecher nach Franken bei einem Tagesausflug nachzuholen.
Nur zwei Tage nach der Rückkehr vom Zugausflug nach Polen mit meinen Töchtern stand schon die nächste mehrtägige Rundfahrt auf dem Programm. Als ich dann mitbekam, dass der alex auf Grund von Bauarbeiten zwischen Schwandorf und Regensburg für zwei Monate nicht nur in der absoluten Tagesrandlage nach Hof zurückkehrte, war der erste Teil der Rundfahrt schnell klar. Da schon lange eine grenzüberschreitende Bahnlinie auf unserer Liste stand, war dies gut zu verknüpfen und die Planung des Restes dann Quasi ein Selbstläufer.
Ich nutzte die zweite Abfahrt des Schweden-Nachtzug ab Chemnitz für den Start des mehrtägigen Ausfluges mit meinen Töchtern. Zudem war Polen für mich eisenbahntechnisch ein weißes Tuch. Bis auf kurze schienengebundene Grenzübertritte und einer Nachtzugfahrt von Wien nach Berlin durch das Land, war ich noch nicht wirklich auf Schienen im Nachbarland unterwegs gewesen. Zum Abschluss der Rundfahrt wollten wir dann noch eine Strecke nutzen, die man eher als Tagesfreizeitvergnügen statt als Teil einer festen Reisekette fährt.
Seit vielen Jahren kennen meine beiden Lieblingsarbeitskollegen mein Faible fürs Zugreisens. Sehr oft fiel bei meinen Erzählungen das Schlagwort „Tschechischer Speisewagen“. Meine Kollegen waren neugierig geworden und so schmiedeten wir schon vor vielen Jahren den Plan, einmal gemeinsam nach Praha zu fahren, nur, um im tschechischen Speisewagen die Elbe und Moldau an uns vorbeiziehen zu lassen und ein frisches Schnitzel zu genießen. Kurz vor dem Einsatzende des Speisewagens zwischen Berlin und Praha unternahmen wir einen kulinarischen Ausflug.
Anfang April 2025 wurde bekannt, dass im Rahmen von drei Veranstaltungen in der Kulturhauptstadt Chemnitz der seit 2012 zwischen Stockholm/Malmö und Berlin verkehrende Nachtzug von Snälltåget, welcher seit August 2024 regelmäßig meist Freitag bis Dresden verlängert wird, jeweils an einem Wochenende im Mai, August und September über Dresden hinaus bis nach Chemnitz verkehren sollte.
Schnell war mir klar, dass ich diese Chance nutzen musste, mit einem planmäßigen internationalen Schnellzug von meiner Heimatstadt abzufahren.
Nach der „Winterpause“ war wieder die Zeit für einen schienengebunden Tagesausflug gekommen. Dieses Jahr habe ich mir zur Aufgabe gesetzt, die sehr wenigen
in Sachsen von mir noch nie bereisten Strecken einmal abzufahren, um diese Löcher in der Streckenkarte zu schließen. Im Mitteldeutschen Raum gibt es dazu
noch einige Strecken mehr, wo ich noch nie unterwegs war. Gründe genug, das Deutschlandticket mal wieder etwas auszuführen.